Du hast die mo.unit blue in der Hand und dein Motorrad ist (halbwegs) bereit, sie zu empfangen – aber womit fängst du an? Genau das klären wir jetzt.
Das ist Teil 4 unserer umfassenden mo.unit blue Einbau-Serie. In Teil 1 haben wir die komplette motogadget Einkaufsliste und Projektübersicht behandelt. In Teil 2 haben wir den Kabelbaum vorbereitet und den Verkabelungsplan erstellt. In Teil 3 haben wir die grundlegenden Techniken zum Motorrad Kabel verbinden gelernt. Jetzt wird's ernst: Das Motorrad Steuergerät geht ins Bike.
Der Beitrag basiert auf dem vierten Teil unserer motogadget Einbau-Serie auf YouTube:
Was wir in Teil 4 angehen
- Bench-Test der mo.unit blue, damit du genau verstehst, wie sie funktioniert, bevor sie ans Bike geht
- Verkabelungsplan durchgehen, nachdem wir alles Unnötige entfernt haben
- mo.unit blue montieren und Batterie-Plus und Masse anschließen
- mo.lock NFC als Zündschloss installieren
- 12V geschaltete Zündung und Anlasser-Relais anschließen
- Motorrad starten
Der Bench-Test: Wie die mo.unit blue wirklich funktioniert
Bevor wir überhaupt das Motorrad anfassen, müssen wir verstehen, was wir hier bauen. Das ganze System in vier Teilen:
- Die Batterie – liefert Strom zur mo.unit blue
- Die mo.lock NFC – sagt der Einheit, wann sie ein- und ausschalten soll
- Eingangssignale – wir verwenden massegesteuerte Schalter, um Eingangssignale an die mo.unit zu senden (links blinken, rechts blinken, starten usw.)
- Ausgangsleistung – sobald die mo.unit weiß, was zu tun ist (dank deinem Eingangssignal), sendet sie Strom über die Ausgangsseite zum vorgesehenen Ziel.
Das Wichtigste an den mo.switch-Eingängen: Es läuft keine 12V-Spannung durch sie. Sie schließen nur einen Stromkreis zur Masse – ähnlich wie ein Durchgangsmesser funktioniert. Die mo.unit übernimmt die Leistung. Der Schalter sagt nur "los". Das macht dieses System so viel zuverlässiger als altmodische Schalter, durch die volle Spannung läuft.
Profi-Tipp: Übe das vorher auf der Werkbank. Sobald du siehst, wie es mit ein paar Kabeln in der Hand funktioniert, ergibt das ganze System plötzlich Sinn – und dann geht die Montage am Bike viel leichter von der Hand. Zum Testen der Ausgänge schließe eine 12V-Glühlampe zwischen Ausgang und Masse an.
Der Verkabelungsplan: Was übrig bleibt
Nachdem wir den Kabelbaum im zweiten Teil dieser Serie abgespeckt haben, bleibt Folgendes:
Behalten:
- Lichtmaschine, Regler/Gleichrichter, Stator
- Zündsystem und Zündspule(n)
- Anlassermotor und Relais
- Öldruckschalter, Leerlaufschalter
Entfernt und durch die mo.unit blue ersetzt:
- Original-Kabelbaum (Bedienelemente, Relais, Schalter, Armaturenbrett – letzteres kann optional weiterverwendet werden)
- Scheinwerfer-Relais
- Blinker-Relais
- Original-Zündschloss (kann optional weiterverwendet werden)
- Sicherungskasten
Wie schon besprochen: Die mo.unit ersetzt nicht das Lade- oder Zündsystem.
Eine BMW-spezifische Besonderheit
Damit die Lichtmaschine bei BMW 2V Modellen (R45, R60, R65, R70, R80, R90, R100) richtig lädt, ist der Widerstand der originalen Ladekontrolllampe unabdingbar. Sollte diese Kontrolllampe wegfallen, wird ein dementsprechender Widerstand benötigt. Von Ausgang IGNITION muss dieser Widerstand mit dem blauen Kabel zum Regler verbunden werden.
Goldene Regel: Recherchiere dein spezifisches Motorrad. Es gibt fast immer eine Eigenheit, die in keinem Video behandelt wird.
Die mo.unit blue montieren
Für diese Phase des Aufbaus wird die mo.unit blue auf eine Stahlplatte geschraubt, die an den Rahmen geheftet ist. Nicht schön, aber fürs Erste in Ordnung. Der finale Aufbau bekommt eine ordentlich geschweißte, pulverbeschichtete Platte – aber an diesem Punkt ist das Ziel nur, alles zum Laufen zu bringen. Wichtig ist, dass die mo.unit nicht plan aufliegt und Verspannungen auftreten, welche zu einem Defekt führen können.
Ein paar Dinge, die wichtig sind, egal wie du sie montierst:
- Die Montageplatte sollte leitfähig sein und fest am Rahmen geschweißt (oder geschraubt) sein, damit sie als Masse fungiert
- Bei Pulverbeschichtung die Gewinde freilassen (für Masseverbindung)
- Bei Stahl ggf. Polfett verwenden
- Prüfe Tank-/Sitzbank-Freiraum, bevor du dich auf eine Position festlegst
- Die Masse-Schrauben an der mo.unit laufen durch die Platte – also bedeutet eine solide Metallhalterung eine solide Masseverbindung
Stromversorgung anschließen
Kabel-Spezifikationen aus dem mo.unit-Handbuch:
- Plus (BAT): mindestens 6 mm² Querschnitt (das Ultimate Builder Kit enthält ein 8 Gauge / ~8 mm² gesichertes Kabel – leicht über Spezifikation, was super ist)
- Masse: 1,5 mm² Querschnitt (ungefähr 14 Gauge)
Wichtig: Installiere die Sicherung nicht, bis alles angeschlossen ist und du bereit bist zu testen. Ein stromführendes gesichertes Kabel, das blankes Metall berührt, führt zu einem Kurzschluss – mit heftigen Funken, Verbrennungsgefahr und möglicherweise einem Defekt an der mo.unit oder anderen Komponenten.
Schließ zuerst Plus an den BAT-Anschluss an (mit Gewinde, geschlossenes Loch – verwende die kleine Schraube, die mit der Einheit kommt, und füge mittelfeste Schraubensicherung beim finalen Aufbau hinzu). Die Masse wird über die Montageplattenschrauben hergestellt – lass die Mutter aber vorerst locker, weil noch weitere Massekabel kommen.
Die mo.lock NFC installieren
Es gibt drei Kabel:
- Schwarz → Masse
- Rot → Plus (Dauerplus)
- Braun → LOCK-Eingang an der mo.unit blue (das ist deine geschaltete 12V)
Das war's. Wenn du den NFC-Tag über das Schloss hältst, schaltet sich die mo.unit ein. Nochmal drüberhalten und sie schaltet aus. Das Motorrad hat jetzt ein schlüsselloses Zündschloss ohne bewegliche Teile.
Ein heißes Kabel
Okay, wir haben gesagt, alle Eingänge sind massegesteuert – was größtenteils stimmt, mit einer Ausnahme: das braune Kabel von der mo.lock NFC zum Lock-Eingang. Das sorgt dafür, dass die mo.unit auch mit Original-Zündschlössern funktioniert, die 12V geschaltete Spannung liefern. Schließ einfach das braune Kabel an – danach geht's wieder um massegesteuerte Eingänge.
Zündung und Anlasser verkabeln
Zwei verbleibende Verbindungen, um die mo.unit blue vollständig zu integrieren:
Zündungsplus
Der Ausgang IGNITION wird beim Einschalten der mo.unit aktiviert und stellt Zündungsplus für das Zündsystem und die Zündspulen zur Verfügung. Das Motorrad ist jetzt elektrisch startbereit.
Anlasser-Relais
Die mo.unit hat zwei START-Ausgänge. Bei dieser BMW sind beide über einen Doppel-Stecker/Einzel-Buchse-Flachsteckadapter mit einem einzelnen Anschluss am Anlasser-Relais verbunden. Ein Kabel pro Ausgang, beide gehen zum selben Relais-Anschluss. Das ist nur, damit die mo.unit genug Saft liefern kann, ohne ins Schwitzen zu kommen.
Wichtig sind hier die maximalen 30A Strom. Daher muss auch das originale Starterrelais oder im Falle der BMW mindestens der Magnetschalter verbaut bleiben. Dies ist einer der kritischsten Punkte der Verkabelung. Wenn hier Fehler gemacht werden, kann das schnell auch zum Kabelbrand führen.
Profi-Tipp: Es gibt eine kleine eingebaute Verzögerung, bevor der Anlasser startet. Keine Panik, wenn er nicht sofort feuert. Diese Verzögerung ist Absicht – sie verhindert versehentliche Starts.
Erster Start
Mit nur ein paar Verbindungen zur mo.unit blue – Plus, Masse, mo.lock, Zündung, zwei Start-Ausgänge – ist das System "komplett".
Sicherung rein. NFC-Tag ans Schloss. Grünes Licht.
Stelle sicher, dass beide START-Kabel sauber am Relais oder Magnetschalter angeschlossen sind.
Es läuft.
Bevor du das machst, solltest du wissen, wie du es abschalten kannst:
- NFC-Tag nochmal dranhalten – schaltet die Einheit aus
- 40 A Sicherung ziehen – kappt Stromversorgung
- Feuerlöscher bereithalten und Garagentor öffnen
Das Ladesystem überprüfen
Sobald der Motor läuft und bei etwa 3.000–4.000 U/min dreht, miss mit dem Multimeter an der Batterie. Du solltest 13+ Volt sehen. Wenn es bei 12,6 V oder darunter bleibt, prüf die Verbindungen am Regler/Gleichrichter. Im Service-Handbuch deines Motorrads steht der genaue Drehzahlbereich, ab dem das Laden einsetzt. Was wir hier testen: Hat die Verbindung vom Ladesystem zur Batterie überlebt? Wenn die Batterie bei höheren Drehzahlen nicht lädt, haben wir etwas übersehen.
Wie es weitergeht
In Teil 5 geht es mit dem Lenker weiter. Beide Versionen des mo.switch – die vorverkabelten LED-Modelle und die Standard-Versionen, die du selbst verkabelst – werden installiert und mit den mo.unit-Eingängen verbunden.
In der Zwischenzeit: Räum die Verkabelung auf. Wenn die mo.unit-Position passt, schweiße die Halterung fertig. Verlege die vorhandenen Kabel ordentlich – bevor wir am Lenker weitermachen, sollte hier unten alles organisiert sein.
— Jacob Baldry, für motogadget






